Arbeiten im Ferienhaus: Wie ein neues Konzept das Homeoffice in den Schatten stellen könnte

Arbeiten im Ferienhaus: Wie ein neues Konzept das Homeoffice in den Schatten stellen könnte

Ein Auto passiert blühende Wiesen und dichte Wälder, um schließlich an einem romantischen Haus an einem einsamen See zu halten. Eine zufrieden lachende Frau steigt aus und bringt ihren Koffer ins Haus. Hier wird sie wohl ihren neuen Roman schreiben. – Sagte ich gerade „Roman”? Nein, eigentlich arbeitet sie im Marketing und wird hier die besten Ergebnisse seit Jahren kreieren, denn sie nutzt ein spannendes und neuartiges Arbeitsmodell.

„Digitale Nomaden“, so nennen sich Abenteurer, die sich entschieden haben von einem Strand in der Südsee aus selbstständig für verschiedene Kunden in der Heimat zu arbeiten. Meist nur mit einem Laptop und ein wenig Kleidung ziehen sie von Hostel zu Hostel und kombinieren Arbeit und Ferien (neudeutsch: „Workation“). Für Angestellte in geregelten Jobs und auch für die meisten Selbstständigen ist dieses Lebens- und Arbeitsmodell jedoch nur schwer vorstellbar bzw. umsetzbar. Allerdings finden es viele dennoch sehr reizvoll: nach getaner Arbeit direkt dort zu sein, wo andere Urlaub machen. Jetzt könnte genau das für immer mehr Menschen Realität werden.

Homeoffice im Ferienhaus – aber nicht im eigenen

Durch die ganz neue Internetplattform reposée ist es möglich ein Ferienhaus im Grünen, am See oder in den Bergen mit dem Besitzer in besonderer Weise zu teilen. Im Vergleich zum unbeliebten Time-Sharing gibt es keine Investitionskosten oder jahrelangen Verträge, sondern man teilt sich das Haus „Fifty-Fifty“ für mehrere Monate mit dem Besitzer. Im Vergleich zu Airbnb oder Ferienhausplattformen muss man also nicht ständig neu suchen oder buchen. Der Clou: Das Haus kann auch nach Wochentagen aufgeteilt werden. Von Montag bis Freitagmittag ist es das Homeoffice im Grünen und am Wochenende nutzt es der Besitzer selbst. Alternativ kann man es sich auch im zwei-Wochen-Rhythmus oder für je einen ganzen Monat teilen.

Das macht dieses Modell ideal für alle, die regelmäßig Homeoffice machen können und dürfen. Doch auch für Teams ist dieses Modell außerordentlich spannend.

„Coliving“, das ist die Bezeichnung für eine Wohngemeinschaft, die sich mit dem Ziel der direkten Zusammenarbeit zu einem Thema formt. Gearbeitet wird direkt in der WG. Doch nicht jeder ist bereit sein Lebensmodell so radikal umzustellen und mit seinen Kollegen auf Dauer zusammenzuwohnen. Zeitlich begrenzt, z.B. für drei Tage pro Woche, kann das wiederum ganz anders aussehen.

Auch hier schlummern in dem Konzept der geteilten Ferienhäuser auf Zeit interessante Chancen. Innovationsteams können intensiv und ungestört an Ihren Ideen arbeiten, Gründer können zusammen ihr Geschäftsmodell entwickeln, Softwareentwickler können gemeinsame Projekte bearbeiten, während der Angestellte im „Homeoffice im Grünen“ konzentrierter und effizienter arbeitet, als je zuvor.

Doch warum ist der Tapetenwechsel für die Arbeitsleistung überhaupt so nützlich?

Arbeiten im einem Ferienhaus am See als Alternative zum Homeoffice?

Neue Kreativität und Motivation

Eine veränderte Umgebung, wie die Arbeit mit Blick auf die Natur, schafft neue Reize, die im Büroalltag fehlen. Diese Veränderung bringt neue Impulse und neue Ideen hervor. Nicht umsonst haben sich viele Autoren und auch Wissenschaftler vor ihren bedeutendsten Werken in Refugien ins Grüne zurückgezogen.

Der Spaziergang in der Mittagspause oder der abendliche Blick über den See bieten einen immensen Erholungseffekt direkt nach getaner Arbeit und sind kein Vergleich zur Fahrt mit dem überfüllten Bus vom Büro nach Hause.

Eine amerikanische Studie, die von TINYpulse durchgeführt wurde, belegte unlängst, dass Mitarbeiter in Telearbeit 10% glücklicher sind, als ihre Kollegen im Büro. An einem Ferienort sind die Zufriedenheit und die Motivation noch ungleich höher.

Bedenken uns Widerstände

Während Freelancer recht einfach für mehrere Tage pro Woche von zuhause oder aus einem geteilten Ferienhaus heraus arbeiten können, müssen Angestellte häufig gegen Bedenken und Widerstände in den Unternehmen kämpfen, wenn es um Telearbeit geht. Viele Chefs befürchten Kontrollverlust, sobald ein Mitarbeiter von zuhause arbeitet. Auch, wenn Homeoffice in immer mehr Firmen offiziell erlaubt ist, gibt es in der Praxis noch viele Vorbehalte.

Angestellte sollten daher darauf achten bei Telearbeit (egal von welchem Ort) Ihre Arbeitsergebnisse den Kollegen und Vorgesetzten besonders transparent zu machen. Im Idealfall bemerkt der Chef, dass man mehr Arbeit schafft, wenn man nicht im Büro ist.

Wer sich entscheidet das digitale Nomadentum in einem Ferienhaus auszuprobieren, sollte im Vorfeld unbedingt auf eine stabile Internetverbindung und ggf. Mobilfunkempfang achten, um effizient arbeiten zu können.

Es wäre wünschenswert, wenn das ortsunabhängige Arbeiten im deutschsprachigem Raum seinem Namen Ehre macht und sich nicht nur auf die eigenen vier Wände beschränkt. Erst dann kann man wirklich vom „Digital Workplace“ sprechen.