10 Video-Konferenz-Tools für verteilte Teams

10 Video-Konferenz-Tools für verteilte Teams

Teamwork benötigt enge Zusammenarbeit. Doch wie kann man mit entfernten Kollegen im Homeoffice, beim Kunden, an anderen Unternehmensstandorten, in der Bahn, im Auto oder im Hotel effizient kommunizieren? 

Videotelefonie bzw. Web-Meetings über das Internet gibt es bereits seit über 20 Jahren, von der klassischen Telefonkonferenz ganz zu schweigen. In den letzten Jahren hat sich diese Form der Kommunikation jedoch immer weiter durchgesetzt und ist heute Standard für die meisten Teams, die verteilt arbeiten. Zum Erfolg dieser Software-basierten Systeme hat die Unabhängigkeit von spezieller Hardware (wie bei Konferenzraumlösungen für Videotelefonie) sowie die immer höhere Internet-Bandbreite und die soziale Akzeptanz, das eigene Gesicht per Video-Stream zu zeigen, verholfen. 

Wir haben für Euch zehn Lösungen für Software-basiertes Video-Conferencing im Vergleich. Wir haben dabei den Fokus auf verteilte Teams gelegt, die diese Tools für die interne Zusammenarbeit und zur Abstimmung mit ihren Kunden nutzen. 

Die fünf Testsieger

Platz 5: Go To Meeting

Bewertung: ★★★★★

Zusammenfassung: Hinter dem Dienst Go To Meeting steckt derselbe Hersteller, welcher die sehr erfolgreiche Webinar-Plattform join.me betreibt. Go to Meeting ist eine gute und solide Plattform. Schade ist, dass VoIP nur über einen externen Dienst integriert ist und dass die Plattform recht teuer ist, da in der günstigsten Variante nur wenige Funktionen freigeschaltet sind. 

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Virtuelles Whiteboard:ja
Video:

HD-Video

max. 10 / 50 / 100 Teilnehmer, je nach gebuchtem Paket

Audio:

Voice over IP (VoIP) nur über externen Dienst “OpenVoice” oder

Telefoneinwahl

Teilnehmer Windows:

Client Software

Teilnehmer Mac:

Client Software

Smartphone/Tablet:App für iOS und Android  
Kostenlose Version:nein, nur zeitlich begrenzte Testversion
Kostenpflichtige Version:ab 19 EUR im Monat pro Moderator

Platz 4: appear.in

Bewertung: ★★★★

Zusammenfassung: Der besonders bei Softwareentwicklern beliebte Dienst appear.in überzeugt durch absolute Einfachheit. Eine Anmeldung ist für die Nutzung nicht notwendig. Leider machte in unserem Test die Standardkonfiguration der Firewall im Telekom SpeedPort DSL-Router Probleme bei der Videoübertragung. Die hervorragende Usability, die extrem mächtige kostenlose Version und die HTML5-Unterstützung (keine Installation notwendig) trösten die fehlende telefonische Einwahl hinweg. 

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Virtuelles Whiteboard:nein
Video:

HD-Video

max. 12 Teilnehmer

Audio:

nur Voice over IP (VoIP)

Teilnehmer Windows:

HTML5 im Webbrowser

Teilnehmer Mac:

HTML5 im Webbrowser

Smartphone/Tablet:App für iOS und Android  
Kostenlose Version:ja, maximal 8 Teilnehmer, Video und Screen Sharing nicht gleichzeitig
Kostenpflichtige Version:12 $ im Monat pro virtuellem Meeting-Raum

Platz 3: Google Hangouts Meet

Bewertung: ★★★★

Zusammenfassung: Als Teil der GSuite für Geschäftskunden bietet Google Hangouts Meet eine hervorragende Plattform für Video Chat und Conferencing. Hohe Usability und massig Teilnehmer, ohne dass ein Client installiert werden muss. Schade nur, dass die Telefoneinwahl nur in Verbindung mit der kompletten Enterprise GSuite erhältlich ist. 

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Virtuelles Whiteboard:nein
Video:

HD-Video

max. 30 Teilnehmer

Audio:

Voice over IP (VoIP) oder

Telefoneinwahl

Teilnehmer Windows:

HTML5 im Webbrowser

Teilnehmer Mac:

HTML5 im Webbrowser

Smartphone/Tablet:App für iOS und Android  
Kostenlose Version:nein, nur zeitlich begrenzte Testversion
Kostenpflichtige Version:

ab 4 EUR im Monat pro User

Telefoneinwahl nur bei Buchung der kompletten Enterprise GSuite

Platz 2: zoom.us

Bewertung: ★★★★★

Zusammenfassung: Der Dienst zoom.us [Affiliate Link] gehört zu den beliebtesten Video-Konferenz-Plattformen. Es überzeugt durch Zuverlässigkeit, Stabilität und viele Funktionen. Die Lösung bietet unter anderem Breakout Räume, in denen einige der Teilnehmer währen des Webmeetings in kleinerem Kreis sprechen können. Die mächtige kostenlose Version ermöglicht es, das Produkt ausgiebig einzusetzen, bevor man es kauft. Würde zoom.us auch HTML5 unterstützten, statt die Installation eines Clients zu erfordern, wäre dem Dienst Platz 1 im Ranking sicher. 

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Virtuelles Whiteboard:ja
Video:

HD-Video

max. 100 / 500, je nach gebuchtem Paket

Audio:

Voice over IP (VoIP) oder

Telefoneinwahl

Teilnehmer Windows:

Client Software

Teilnehmer Mac:

Client Software

Smartphone/Tablet:App für iOS und Android
Kostenlose Version:ja, sogar mit Telefoneinwahl, max. 40 Minuten oder max. 1 Gast
Kostenpflichtige Version:ab 13,99 EUR im Monat pro Moderator

Platz 1: Skype for Business

Bewertung: ★★★★★

Zusammenfassung: Man halte von Microsoft, was man wolle, doch Skype for Business ist in unserem Test die beste Software-basierte Lösung für Video Konferenzen. Skype for Business bietet viele Zusatzfunktionen, wie z.B. die Möglichkeit Teilnehmer anzurufen und sie so direkt ins Meeting einzuladen. Im Paket erhalten Kunden zudem Exchange und Sharepoint mit dazu – und das zu einem günstigen Preis. 

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Virtuelles Whiteboard:ja
Video:

HD-Video

16 Teilnehmer

Audio:

Voice over IP (VoIP) oder

Telefoneinwahl

Teilnehmer Windows:

Client Software oder

HTML5 mit Bowser-Plugin und Thin Client  oder

nur HTML5 (nur für Broadcasts, z.B. Webinar)

Teilnehmer Mac:

Client Software oder

HTML5 mit Bowser-Plugin und Thin Client  oder

nur HTML5 (nur für Broadcasts, z.B. Webinar)

Smartphone/Tablet:App für iOS und Android
Kostenlose Version:nein, nur zeitlich begrenzte Testversion
Kostenpflichtige Version:ab 4,20 EUR im Monat pro User

Die fünf Verlierer

In unserem Test konnten fünf Produkte uns so gar nicht überzeugen. Interessierte können durch Klick auf den Namen Details zum Test öffnen:  

Platz 10: Adobe Connect Meetings

Bewertung: ★★★★★

Zusammenfassung: Neben den für Video Conferencing üblichen Standardfunktionen bietet Adobe Connect Meetings auch Breakout Räume. Das User Inferface (Benutzeroberfläche) wirkt allerdings wenig modern und läuft mit mit dem veralteten uns unsicheren Adobe Flash. Immerhin kann man Client Software herunterladen und installieren und somit Flash umgehen.  Zu einem sehr hohen Preis bietet Adobe eine Lösung ohne die Möglichkeit der telefonischen Einwahl (z.B. im Auto oder bei instabiler Internetverbindung). Die geringe Teilnehmerzahl für Video-Meetings ist ein weiterer Minuspunkt dieses Produkts.

Virtuelles Whiteboard:vorhanden
Video:

HD-Video

max. 6 Teilnehmer

Audio:

Voice over IP (VoIP)

keine Telefoneinwahl

Teilnehmer Windows:

Client Software oder

Flash im Webbrowser

Teilnehmer Mac:

Client Software oder

Flash im Webbrowser

Smartphone/Tablet:App für iOS und Android
Kostenlose Version:ja, max. 3 Teilnehmer
Kostenpflichtige Version:ab 46 EUR im Monat pro Moderator

 

Platz 9: AnyMeeting

Bewertung: ★★★★★

Zusammenfassung: Leider disqualifiziert sich AnyMeeting bereits durch die veraltete Flash-Technologie fast selbst. Eine HTML5-Version ist leider nur mit eingeschränkter Funktionalität verfügbar. Die geringe Teilnehmerzahl für Video-Meetings ist auch hier ein Minuspunkt.

Virtuelles Whiteboard:nein
Video:

HD-Video

max. 6 Teilnehmer

Audio:

Voice over IP (VoIP) oder

Telefoneinwahl

Teilnehmer Windows:

Flash im Webbrowser oder

HTML5 (eingeschränkt) im Webbrowser

Teilnehmer Mac:

Flash im Webbrowser oder

HTML5 (eingeschränkt) im Webbrowser

Smartphone/Tablet:App für iOS und Android
Kostenlose Version:ja, max. 4 Teilnehmer
Kostenpflichtige Version:ab 18 $ im Monat pro Moderator
Platz 8: PGI iMeet

Bewertung: ★★★★★

Zusammenfassung: PGI bietet mit iMeet eine brauchbare Lösung, die neben Standardfunktionen auch die Möglichkeit hat Teilnehmer anzurufen und sie so direkt ins Meeting einzuladen. Das User Interface wirkt leider wenig modern. Allerdings ist iMeet teuer, was zu seiner Platzierung hier im Test geführt hat. 

Virtuelles Whiteboard:ja
Video:

HD-Video

max. 15 Teilnehmer

Audio:

Voice over IP (VoIP) oder

Telefoneinwahl

Teilnehmer Windows:

Client Software

Teilnehmer Mac:

Client Software

Smartphone/Tablet:App für iOS und Android
Kostenlose Version:nein, nur zeitlich begrenzte Testversion
Kostenpflichtige Version:ab 29 EUR im Monat pro Moderator
Platz 7: Amazon Chime

Bewertung: ★★★★★

Zusammenfassung: Die Idee hinter Amazon Chime ist genial: damit niemand ein Meeting vergisst oder zu spät kommt, ruft Amazon die Teilnehmer zur vereinbarten Meeting Zeit an, statt zu warten, dass sie sich einwählen. Leider konnte uns die Umsetzung im Test jedoch nicht überzeugen: an mehreren Stellen führen Links ins Leere und das Screen-Sharing war mit der Standardkonfiguration der Firewall im Telekom SpeedPort DSL-Router nicht möglich. Dies lassen erahnen, dass die Lösung noch nicht ausgereift ist, auch wenn der Preis sehr attraktiv erscheint. 

Virtuelles Whiteboard:nein
Video:

HD-Video

8 / 16 Teilnehmer, je nach gebuchtem Paket 

Audio:

Voice over IP (VoIP) oder

Telefoneinwahl

Teilnehmer Windows:

Client Software

Teilnehmer Mac:

Client Software

Smartphone/Tablet:App für iOS und Android
Kostenlose Version:ja, ohne Screen Sharing, nur Video, max. 1 Gast
Kostenpflichtige Version:ab 2,50 $ im Monat pro User
Platz 6: WebEx Meetings

Bewertung: ★★★★★

Zusammenfassung: Der einstige Marktführer WebEx Meetings, der mittlerweile zu Cisco gehört, ist funktional nicht zu beanstanden. Die Benutzeroberfläche (User Interface) wirkt jedoch altmodisch und umständlich. Die geringe Teilnehmerzahl für Video Konferenzen passt leider nicht zum Preis der Lösung. 

Virtuelles Whiteboard:ja
Video:

HD-Video

max. 7 Teilnehmer

Audio:

Voice over IP (VoIP) oder

Telefoneinwahl

Teilnehmer Windows:

Client Software

Teilnehmer Mac:

Client Software

Smartphone/Tablet:App für iOS und Android  
Kostenlose Version:ja, sogar mit Telefoneinwahl, max. 3 Teilnehmer
Kostenpflichtige Version:ab 15 EUR im Monat pro Moderator

Lösungen für Privatanwender

Für sehr kleine Teams oder nicht-kommerzielle Teams können sich auch kostenlose Video Conferencing Plattformen für Privatanwender anbieten. 

Microsoft Skype (ohne den Zusatz “for Business”) ist für Teilnehmer sogar ohne eigenen Skype-Account nutzbar. Allerdings ist das Hinzufügen neuer Kontakte für die Beteiligten z.T. etwas kompliziert. Die Lizenz erlaubt die kommerzielle Nutzung ausschließlich innerhalb des eigenen Unternehmens. 

Google Hangouts (ohne den Zusatz “Meet”) überzeugt mit HTML5-Unterstützung (keine Installation notwendig) und die einfache Handhabung. Ein kostenloser Google-Account ist zwingend notwendig. Allerdings ist die kommerzielle Nutzung laut Nutzungsbedingungen nur mit Einschränkungen erlaubt. 

Fazit aus dem Test

Teams, die eine Software-basierte Lösung für Web Meetings und Video-Telefonie suchen, sind mit appear.in, Google Hangouts Meet, zoom.us oder Skype for Business bestens beraten. Je nach Anwendungsszenario genügen z.T. bereits die kostenlosen Versionen von appear.in oder zoom.us, um sofort zu starten und damit auch bei Zusammenarbeit auf Distanz so zu kommunizieren, als säße man im selben Raum.